SMTP Auth 365 Connector - Microsoft-365-Einrichtung
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Technikerunterlage
App-Registrierung, Microsoft-Graph-Berechtigungen und sichere Datenübergabe für die Installation am Windows Server.
Stand: 11. September 2026 | Dokumentversion: 1.0
SMTP_Auth_365_Connector_Microsoft_365_Einrichtung.pdf
Ziel dieser Anleitung
Der SMTP Auth 365 Connector ist ein lokaler Windows-Dienst. Er ermöglicht bestehenden Anwendungen den Versand per SMTP AUTH sowie bei Bedarf den Abruf per POP3 oder HTTPS-Webclient. Gegenüber Microsoft 365 meldet sich der Dienst ohne interaktive Benutzeranmeldung über OAuth2 und Microsoft Graph an.
Nach Abschluss dieser Anleitung sind:
- eine eigene Anwendung im richtigen Microsoft-Entra-Tenant registriert,
- die benötigten Microsoft-Graph-Anwendungsberechtigungen eingerichtet,
- die tenantweite Administratorzustimmung erteilt,
- ein Client Secret erstellt und sicher übergeben,
- die verwendeten Postfächer und Funktionen dokumentiert,
- alle Informationen für die Installation am Windows Server vorhanden.
Wichtig: Der Connector benötigt keine persönlichen Microsoft-365-Benutzerkennwörter. Tenant-ID, Client-ID und Client-Secret-Wert gehören zur registrierten Anwendung.
Inhaltsübersicht
- Auftrag und Voraussetzungen
- App in Microsoft Entra ID registrieren
- Microsoft-Graph-Berechtigungen vergeben
- Administratorzustimmung erteilen
- Client Secret erstellen und sichern
- Postfachzugriff sinnvoll begrenzen
- Datenübergabe an den Windows-Techniker
- Vorbereitung und Einrichtung am Windows Server
- Abnahme und Funktionstest
- Fehlerzuordnung
- Secret-Erneuerung
- Offizielle Microsoft-Quellen
1. Auftrag und Voraussetzungen
Funktionsweise
Bestehende Anwendung
|
| SMTP AUTH / POP3
v
SMTP Auth 365 Connector auf dem Windows Server
|
| OAuth2 Client Credentials / HTTPS
v
Microsoft Entra ID und Microsoft Graph
|
v
Exchange Online
Der Connector arbeitet als Hintergrunddienst mit einer eigenen Anwendungsidentität. Es findet keine interaktive Microsoft-365-Benutzeranmeldung statt. Deshalb werden Anwendungsberechtigungen benötigt.
Voraussetzungen in Microsoft 365
- Aktiver Microsoft-365-Tenant mit Exchange Online
- Mindestens ein verwendbares Benutzer-, Shared- oder Funktionspostfach
- Konto mit Berechtigung zum Erstellen einer App-Registrierung
- Konto mit Berechtigung zum Erteilen einer tenantweiten Administratorzustimmung
- Festgelegte Microsoft-365- und Exchange-Ansprechperson
Wenn die Schaltfläche für die Administratorzustimmung deaktiviert ist, muss ein entsprechend berechtigter Microsoft-Entra-Administrator den betreffenden Schritt durchführen.
Voraussetzungen am Windows Server
- Unterstütztes Windows-System mit .NET Framework 4.8
- Lokale Administratorrechte für Installation und Dienstverwaltung
- Funktionierende DNS-Auflösung und korrekte Systemzeit
- Ausgehendes HTTPS über TCP-Port 443
- Erreichbarkeit von
login.microsoftonline.comundgraph.microsoft.com - Bei großen Nachrichten gegebenenfalls Erreichbarkeit von durch Graph bereitgestellten Upload-Endpunkten unter
outlook.office.com - Fester Programm- und Datenpfad
- Schreibrechte des Windows-Dienstkontos im Datenpfad
- Festgelegte lokale SMTP-, POP3- und Webclient-Ports
Vor Beginn festlegen
- Welche Postfächer dürfen Nachrichten versenden?
- Welche Postfächer dürfen über POP3 oder den Webclient gelesen werden?
- Sollen abgerufene Nachrichten in Exchange als gelesen markiert werden?
- Dürfen Nachrichten nach erfolgreichem POP3-Abruf gelöscht werden?
- Darf ein POP3-Client mit
DELENachrichten in Exchange löschen? - Soll das lokale Journalpostfach aktiviert werden?
- Soll Exchange den App-Zugriff serverseitig auf bestimmte Postfächer begrenzen?
- Wer ist für die Erneuerung des Client Secrets verantwortlich?
Benötigte Microsoft-Graph-Rechte
| Berechtigung | Typ | Verwendung |
|---|---|---|
Mail.Send |
Application / Anwendung | Versand aus den freigegebenen Exchange-Online-Postfächern |
Mail.ReadWrite |
Application / Anwendung | Abruf, Gelesen-Markierung, Löschung und Entwurfsverarbeitung großer Nachrichten |
Keine Redirect URI erforderlich: Der Connector verwendet den OAuth2 Client-Credentials-Flow. Unter Authentication / Authentifizierung muss keine Web-, SPA- oder Public-Client-Umleitungsadresse eingetragen werden.
2. App in Microsoft Entra ID registrieren
Microsoft Entra Admin Center öffnen
Öffnen Sie:
Kontrollieren Sie vor der Registrierung oben rechts, dass der produktive Kunden-Tenant ausgewählt ist. Eine registrierte Anwendung kann später nicht in einen anderen Tenant verschoben werden.
Navigation
Microsoft Entra Admin Center
> Entra ID
> App registrations / App-Registrierungen
> New registration / Neue Registrierung
Registrierung durchführen
-
Wählen Sie New registration / Neue Registrierung.
-
Vergeben Sie einen eindeutigen Namen, beispielsweise:
SMTP Auth 365 Connector - <Kundenname> -
Wählen Sie als unterstützten Kontotyp:
Accounts in this organizational directory only Nur Konten in diesem Organisationsverzeichnis -
Lassen Sie Redirect URI / Umleitungs-URI leer.
-
Wählen Sie Register / Registrieren.
-
Nach dem Speichern öffnet sich die Übersichtsseite der App.
Werte sofort erfassen
| Portalbezeichnung | Benötigter Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Directory (tenant) ID | Tenant-ID als GUID | Nicht mit der primären Microsoft-365-Domain verwechseln |
| Application (client) ID | Client-ID als GUID | Nicht die Object-ID verwenden |
| Display name | Anzeigename der App | Dient zum späteren Auffinden der Registrierung |
Nicht verwechseln: Für den Connector werden die Directory (tenant) ID und die Application (client) ID benötigt. Die Object-ID der App oder des Service Principals ist dafür nicht geeignet.
3. Microsoft-Graph-Berechtigungen vergeben
Navigation
App-Registrierung
> API permissions / API-Berechtigungen
> Add a permission / Berechtigung hinzufügen
Rechte hinzufügen
- Wählen Sie Microsoft Graph.
- Wählen Sie Application permissions / Anwendungsberechtigungen.
- Wählen Sie ausdrücklich nicht die delegierten Berechtigungen.
- Suchen Sie nach
Mail.Sendund markieren Sie diese Berechtigung. - Suchen Sie nach
Mail.ReadWriteund markieren Sie diese Berechtigung. - Bestätigen Sie mit Add permissions / Berechtigungen hinzufügen.
Warum werden zwei Rechte benötigt?
Mail.Send erlaubt der Anwendung den Versand ohne angemeldeten Benutzer. Das Recht enthält jedoch keinen allgemeinen Lese- oder Änderungszugriff.
Mail.ReadWrite erlaubt Lesen, Erstellen, Aktualisieren und Löschen von Nachrichten ohne angemeldeten Benutzer. Es enthält aber keine Versandberechtigung.
Der Connector benötigt Mail.ReadWrite zusätzlich für:
- POP3- und Webclient-Abruf,
- Markieren als gelesen,
- Löschen von Exchange-Nachrichten,
- Erstellen und Verarbeiten von Entwürfen bei großen Nachrichten,
- Upload-Sitzungen für große Anhänge.
Nicht benötigtes Standardrecht entfernen
Falls nach der Registrierung noch User.Read vom Typ Delegated / Delegiert eingetragen ist, kann dieses Recht entfernt werden. Der Connector verwendet keine delegierte Benutzeranmeldung und benötigt es nicht.
Sicherheitswirkung: Nach der Administratorzustimmung gelten
Mail.SendundMail.ReadWriteals Anwendungsberechtigungen grundsätzlich tenantweit. Der Connector verwendet nur die lokal konfigurierten Postfächer. Für eine zusätzlich durch Exchange erzwungene Begrenzung siehe Abschnitt 6.
4. Administratorzustimmung erteilen
Das bloße Hinzufügen der Berechtigungen reicht nicht aus. Anwendungsberechtigungen werden erst nach der tenantweiten Administratorzustimmung wirksam.
Navigation
App-Registrierung
> API permissions / API-Berechtigungen
Zustimmung durchführen
- Wählen Sie Grant admin consent for
<Tenant>beziehungsweise Administratorzustimmung für<Tenant>erteilen. - Kontrollieren Sie den Sicherheitsdialog.
- Erwartet werden ausschließlich die benötigten Microsoft-Graph-Rechte
Mail.SendundMail.ReadWrite. - Klären Sie unerwartete zusätzliche Rechte, bevor Sie zustimmen.
- Bestätigen Sie die Zustimmung.
- Aktualisieren Sie die Ansicht.
- Prüfen Sie bei beiden Rechten den grünen Status Granted for
<Tenant>/ Gewährt für<Tenant>.
Erwarteter Sollzustand
| Eintrag | Typ | Status |
|---|---|---|
Microsoft Graph Mail.Send |
Application | Granted for <Tenant> |
Microsoft Graph Mail.ReadWrite |
Application | Granted for <Tenant> |
| Delegierte Rechte | Nicht benötigt | Keine erforderlich |
Wenn die Schaltfläche deaktiviert ist: Das verwendete Konto darf keine tenantweite Zustimmung erteilen. Eine Benutzerzustimmung reicht nicht aus. Ein berechtigter Entra-Administrator muss den Schritt durchführen.
Bei späteren Änderungen: Werden die API-Berechtigungen geändert, muss die Administratorzustimmung erneut erteilt werden. Erst danach erscheinen die geänderten Rechte in neu ausgestellten Zugriffstokens.
5. Client Secret erstellen und sichern
Der aktuelle Connector authentifiziert sich mit einem Client Secret. Dieses wird bei der Einrichtung am Windows Server per DPAPI für den lokalen Computer verschlüsselt gespeichert.
Navigation
App-Registrierung
> Certificates & secrets / Zertifikate & Geheimnisse
> Client secrets
> New client secret / Neuer geheimer Clientschlüssel
Secret erstellen
-
Tragen Sie eine nachvollziehbare Beschreibung ein, beispielsweise:
SMTP Auth 365 Connector - Windows Server <SERVERNAME> -
Legen Sie die Laufzeit fest.
-
Microsoft begrenzt Client Secrets auf maximal 24 Monate und empfiehlt eine Laufzeit unter 12 Monaten.
-
Wählen Sie Add / Hinzufügen.
-
Kopieren Sie unmittelbar den Inhalt der Spalte Value / Wert.
-
Dokumentieren Sie das Ablaufdatum.
-
Planen Sie mindestens 30 Tage vor Ablauf einen Termin zur Erneuerung ein.
Entscheidend - VALUE, nicht SECRET ID: Der Windows-Techniker benötigt den Inhalt der Spalte Value / Wert. Die Secret ID ist nur eine Kennung und kann nicht als Kennwort verwendet werden.
Der Secret-Wert wird nach dem Verlassen der Seite nicht erneut angezeigt. Geht der Wert verloren, muss ein neues Secret erstellt werden.
Sichere Übermittlung
Der Secret-Wert darf nicht zusammen mit Tenant-ID und Client-ID in einer normalen E-Mail versendet werden.
Geeignete Übertragungswege sind beispielsweise:
- freigegebener Eintrag in einem Passwortmanager,
- zeitlich begrenzter Secret-Link,
- getrennte Übermittlung über einen zweiten Kommunikationskanal,
- direkte Eingabe durch den berechtigten Administrator am Windows Server.
Nach der Eingabe darf keine Klartextkopie in einer Textdatei, E-Mail oder ungeschützten Dokumentation auf dem Server verbleiben.
Hinweis zur Microsoft-Empfehlung: Microsoft bevorzugt für Produktionssysteme Zertifikate oder föderierte Identitäten. Diese Connector-Version verwendet derzeit ein Client Secret. Kurze Laufzeit, geschützte Übertragung und geplante Rotation sind deshalb besonders wichtig.
6. Postfachzugriff sinnvoll begrenzen
Basisbetrieb
Der Connector begrenzt seine Verwendung auf die in der Absender- und Benutzerverwaltung eingetragenen Mailadressen. Dies ermöglicht eine schnelle Inbetriebnahme.
Die Entra-Anwendungsberechtigungen Mail.Send und Mail.ReadWrite erlauben technisch jedoch grundsätzlich Zugriff auf alle Exchange-Online-Postfächer des Tenants, solange Exchange keine zusätzliche Einschränkung erzwingt.
Erhöhte Absicherung mit Exchange Application RBAC
Für eine serverseitig erzwungene Beschränkung sollte bei neuen Installationen Role Based Access Control for Applications / Application RBAC in Exchange Online verwendet werden.
Empfohlene Vorgehensweise:
- Zulässigen Empfängerbereich in Exchange Online definieren.
- Die Exchange-Anwendungsrolle Application Mail.Send auf diesen Bereich begrenzen.
- Die Exchange-Anwendungsrolle Application Mail.ReadWrite auf denselben benötigten Bereich begrenzen.
- Alle Benutzer-, Shared- und Funktionspostfächer aufnehmen, die der Connector verwenden soll.
- Mindestens ein erlaubtes Postfach testen.
- Mindestens ein Postfach außerhalb des Bereichs als Negativtest verwenden.
Wichtig für große Nachrichten: Jedes Versandpostfach benötigt im wirksamen Exchange-Scope sowohl
Mail.Sendals auchMail.ReadWrite, weil große Nachrichten über Entwurf und Upload-Sitzung verarbeitet werden.
Legacy Application Access Policies
Microsoft kennzeichnet Application Access Policies inzwischen als Legacy und empfiehlt für neue Einschränkungen Application RBAC. Bereits vorhandene Legacy-Policies können den Zugriff weiterhin beeinflussen und müssen insbesondere bei HTTP 403 geprüft werden.
Für die Einrichtung der Einschränkung werden benötigt:
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Application (client) ID | ________________________________________________ |
| Erlaubte Postfächer | ________________________________________________ |
| Weiteres erlaubtes Postfach | ________________________________________________ |
| Nicht erlaubtes Testpostfach | ________________________________________________ |
| Zuständiger Exchange-Administrator | ________________________________________________ |
7. Datenübergabe an den Windows-Techniker
Diese Liste kann ausgefüllt an den ausführenden Windows-Techniker übergeben werden. Der Client-Secret-Wert wird getrennt davon über einen sicheren Übertragungsweg bereitgestellt.
Microsoft-365- und Entra-Daten
| Feld | Einzutragender Wert |
|---|---|
| Kunde / Tenant | ________________________________________________ |
| Primäre Microsoft-365-Domain | ________________________________________________ |
| Directory (tenant) ID | ________________________________________________ |
| Application (client) ID | ________________________________________________ |
| App-Anzeigename | ________________________________________________ |
| Client Secret - Value | Separat und sicher übergeben: [ ] erledigt |
| Secret gültig bis | ____________________ |
| Erinnerung zur Rotation | [ ] angelegt |
Admin Consent für Mail.Send |
[ ] gewährt |
Admin Consent für Mail.ReadWrite |
[ ] gewährt |
| Exchange Application RBAC | [ ] nicht gewünscht [ ] eingerichtet [ ] separat beauftragt |
| Microsoft-365-Ansprechpartner | ________________________________________________ |
| Kontakt | ________________________________________________ |
Postfächer und Funktionen
| Feld | Einzutragender Wert |
|---|---|
| Versandpostfächer | ________________________________________________ |
| Weitere Versandpostfächer | ________________________________________________ |
| POP3-/Webclient-Postfächer | ________________________________________________ |
| Weitere Abrufpostfächer | ________________________________________________ |
| Exchange-Abruf | [ ] aktiv [ ] nicht benötigt |
Nach RETR als gelesen markieren |
[ ] ja [ ] nein |
| Automatisch nach Abruf löschen | [ ] ja [ ] nein |
POP3-DELE an Exchange weitergeben |
[ ] erlauben [ ] nicht erlauben |
| Journalpostfach | [ ] aktivieren [ ] zunächst deaktiviert lassen |
Server- und Netzwerkdaten
| Feld | Einzutragender Wert |
|---|---|
| Windows-Servername | ________________________________________________ |
| Installationspfad | ________________________________________________ |
| Datenpfad | ________________________________________________ |
| Dienstkonto | ________________________________________________ |
| SMTP-Adresse und Port | ________________________________________________ |
| POP3-Adresse und Port | ________________________________________________ |
| Webclient-Adresse und Port | ________________________________________________ |
| Erlaubte Client-IP-Adressen | ________________________________________________ |
| Proxy erforderlich | [ ] nein [ ] ja: ______________________________ |
Nicht eintragen: Keine Microsoft-365-Benutzerkennwörter, keine OAuth-Tokens und keinen Client-Secret-Wert im Klartext in diese BookStack-Seite eintragen. Für den Connector werden keine persönlichen Microsoft-365-Kennwörter benötigt.
8. Vorbereitung und Einrichtung am Windows Server
Netzwerk prüfen
-
login.microsoftonline.comist per HTTPS erreichbar. -
graph.microsoft.comist per HTTPS erreichbar. - Erforderliche Graph-/Outlook-Upload-Endpunkte sind erreichbar.
- DNS-Auflösung funktioniert unter dem späteren Dienstkonto.
- Datum, Uhrzeit und Zeitzone des Servers stimmen.
- Proxy oder SSL-Inspection blockiert die Microsoft-Endpunkte nicht.
- Lokale Ports sind nur für berechtigte Quellsysteme geöffnet.
Microsoft-Graph-Felder im Connector
| Connector-Feld | Wert oder Quelle |
|---|---|
TenantId |
Directory (tenant) ID aus der Entra-App |
ClientId |
Application (client) ID aus der Entra-App |
| Client Secret | Inhalt der Spalte Value / Wert; lokal eingeben |
GraphBaseUrl |
https://graph.microsoft.com/v1.0 |
OAuthScope |
https://graph.microsoft.com/.default |
| Parallele Graph-Anfragen je Postfach | Standard 2 |
| Wiederholungen bei Graph-Drosselung | Standard 3 |
Der Connector berücksichtigt bei HTTP 429, 503 und 504 den von Microsoft gelieferten Retry-After-Wert und wiederholt die Anfrage automatisch.
Geheimnisse speichern
- Starten Sie die Connector-Oberfläche mit lokalen Administratorrechten.
- Tragen Sie Tenant-ID und Client-ID ein.
- Geben Sie den Client-Secret-Wert in das dafür vorgesehene Geheimnisfeld ein.
- Speichern Sie die Konfiguration.
- Kontrollieren Sie, dass das Geheimnis anschließend als
********angezeigt wird. - Entfernen Sie alle temporären Klartextkopien des Secrets.
Die Anwendung speichert das Client Secret DPAPI-verschlüsselt für den lokalen Computer. Bei einem Serverwechsel oder einem geänderten Datenpfad muss es am neuen Ziel erneut eingegeben werden.
Benutzer und Postfächer einrichten
- Legen Sie die benötigten lokalen POP3-/SMTP-Benutzer an.
- Verwenden Sie vollständige Mailadressen als Benutzernamen.
- Aktivieren Sie den Exchange-Online-Abruf nur bei den dafür vorgesehenen Benutzern.
- Legen Sie die erlaubten SMTP-Absender fest.
- Aktivieren Sie Löschfunktionen nur entsprechend der dokumentierten Kundenentscheidung.
- Vergeben Sie für das Journalpostfach ein eigenes lokales Kennwort.
- Aktivieren Sie die Journalfunktion erst nach erfolgreichem Funktionstest und wenn sie tatsächlich benötigt wird.
9. Abnahme und Funktionstest
OAuth2 und Dienststart
- Der Dienst startet ohne Konfigurationsfehler.
- Ein OAuth2-Token wird erfolgreich angefordert.
- Im Protokoll steht kein
invalid_clientund kein HTTP 401. - Tenant-ID, Client-ID und verwendetes Postfach werden korrekt angezeigt.
SMTP-Versand
- Eine Testmail wird aus einem erlaubten Postfach versendet.
- Der Graph-Aufruf endet mit HTTP 202.
- Die Nachricht liegt im Ordner Gesendete Elemente des Absenders.
- Ein nicht erlaubter Absender wird lokal abgewiesen.
- Wenn große Nachrichten benötigt werden, wurde zusätzlich eine Nachricht mit großem Anhang getestet.
POP3 und Webclient
- Eine vorhandene Nachricht wird angezeigt.
- Die Nachricht kann vollständig abgerufen werden.
- Die UIDL bleibt bei wiederholter Anmeldung stabil.
- Die Gelesen-Markierung entspricht der Kundenentscheidung.
- Die Löschfunktion entspricht der Kundenentscheidung.
- Ein POP3-
DELEwird nur bei aktivierter Berechtigung und sauberemQUITan Exchange weitergegeben.
Journal
- Es existiert nur ein Journalpostfach.
- Das Journalpostfach hat ein eigenes lokales Kennwort.
- Die Journalfunktion ist nur bei tatsächlichem Bedarf aktiviert.
- Eine ein- und eine ausgehende Testnachricht erscheinen jeweils genau einmal.
- Das Journalpostfach versendet keine Nachrichten.
Exchange Application RBAC
- Ein erlaubtes Postfach kann verwendet werden.
- Ein Postfach außerhalb des Scopes wird abgewiesen.
- Versand und Lesezugriff wurden getrennt geprüft.
Abschluss
- Secret-Ablaufdatum ist dokumentiert.
- Verantwortliche Person für die Rotation ist festgelegt.
- Installations- und Datenpfad sind dokumentiert.
- Firewall- und Proxy-Freigaben sind dokumentiert.
- Kundenspezifische Lösch- und Journalentscheidungen sind dokumentiert.
10. Fehlerzuordnung
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache und Prüfung |
|---|---|
AADSTS7000215 oder invalid_client |
Falscher Secret-Wert, Secret-ID statt Value, falsche Client-ID oder abgelaufenes Secret |
| HTTP 401 | Tenant-ID, Client-ID, Client Secret und Token-Endpunkt prüfen |
| HTTP 403 | Admin Consent, Typ Application, Exchange Application RBAC und vorhandene Legacy Application Access Policies prüfen |
| HTTP 404 beim Postfach | Mailadresse, Exchange-Online-Lizenz und tatsächliche Postfachexistenz prüfen |
| HTTP 429 | Microsoft-Graph-Drosselung; Retry-After wird automatisch beachtet |
| HTTP 503 oder 504 | Temporäre Microsoft-Störung; automatische Wiederholung und Protokoll prüfen |
| Kleine Nachrichten funktionieren, große nicht | Mail.ReadWrite im wirksamen Scope sowie Graph-/Outlook-Upload-Endpunkte prüfen |
| Token funktioniert, bestimmtes Postfach nicht | Exchange Application RBAC oder Legacy Application Access Policy prüfen |
| Keine POP3-Nachrichten | Exchange-Abruf beim Benutzer, lokale Übertragungs-UIDLs und Postfachinhalt prüfen |
Typische Verwechslungen
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| Object-ID als Client-ID verwendet | Application (client) ID verwenden |
| Secret-ID als Kennwort verwendet | Client-Secret-Value verwenden |
| Delegierte Rechte eingetragen | Application permissions verwenden |
| Rechte hinzugefügt, aber keine Zustimmung erteilt | Grant admin consent ausführen |
| Persönliches Microsoft-365-Kennwort eingetragen | Lokales Connector-Kennwort beziehungsweise App-Secret verwenden |
| Shared-Mailbox nicht im Exchange-Scope | Alle verwendeten Shared-/Funktionspostfächer aufnehmen |
11. Secret-Erneuerung
Ein abgelaufenes Secret führt zu einem vollständigen Ausfall der Microsoft-Graph-Anmeldung. Die Erneuerung muss vor dem Ablauf erfolgen.
Empfohlener Ablauf
- Mindestens 30 Tage vor Ablauf ein neues Client Secret in derselben App-Registrierung erstellen.
- Den neuen Value / Wert sofort sicher erfassen.
- Wartungsfenster abstimmen.
- Neues Secret in der Connector-Oberfläche am Windows Server eingeben.
- Einstellungen speichern und Dienst neu starten.
- OAuth2-Anmeldung und Testversand prüfen.
- Falls verwendet, POP3 und Webclient prüfen.
- Erst nach erfolgreicher Abnahme das alte Secret in Entra ID löschen.
- Neues Ablaufdatum und nächste Erinnerung dokumentieren.
Kein unterbrechungsfreier Parallelbetrieb: Der aktuelle Connector verwendet jeweils ein aktives Client Secret. Deshalb darf das alte Secret erst entfernt werden, nachdem das neue Secret am Server eingetragen und erfolgreich getestet wurde.
12. Offizielle Microsoft-Quellen
- App in Microsoft Entra ID registrieren
- Microsoft Graph ohne angemeldeten Benutzer verwenden
- App-Anmeldeinformationen und Client Secrets verwalten
- Microsoft-Graph-Berechtigungsreferenz
- Role Based Access Control for Applications in Exchange Online
- Application Access Policies - Legacy
Dokumentationsstand: Diese Anleitung wurde am 11. September 2026 geprüft. Microsoft kann Portalbezeichnungen, Rollen, Grenzwerte und Empfehlungen ändern. Bei Abweichungen haben die verlinkten Microsoft-Learn-Seiten und die Sicherheitsrichtlinien des Kunden-Tenants Vorrang.
Interne Dokumentation
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Kunde | ________________________________________________ |
| Ticket / Auftrag | ________________________________________________ |
| Erstellt durch | ________________________________________________ |
| Microsoft-365-Konfiguration abgeschlossen am | ________________________________________________ |
| Windows-Server-Installation abgeschlossen am | ________________________________________________ |
| Technische Abnahme durch | ________________________________________________ |
| Nächster Secret-Wechsel spätestens am | ________________________________________________ |